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Sardinia Trail 2022

Etappe 1

Heute Morgen fiel beim Sardinia-Trail der heißersehnte Startschuss für die erste von drei anspruchsvollen Etappen. Bei einem reichhaltigen Frühstück im Hotel Blau Cala Moresca, welches wir im wundervollen Sonnenaufgang genießen durften, konnte der Tag nicht schöner für das internationale Teilnehmerfeld starten. Im Anschluss folgte der Transfer in die wilde Bergwelt der Provinz Nuoro.

 

Auf der Piazza Fontana im ursprünglichen Bergdorf Urzulei wurden wir im Anschluss auf die 32 Kilometer lange Reise geschickt. Diese glänzte bei der ersten Etappe gleich mal mit anspruchsvollen 1300 Höhenmeter im Auf- und Abstieg!

 

Sardina Trail 2022
Foto @Roberto Casavecchia

 

Es ging dabei zunächst mal nur in eine Richtung: Nämlich bergauf! Mit einem brutalen Uphill mit bis zu 30% Steigung glühten die Oberschenkel bereits nach 2 Kilometern. Viel einfacher wurde es auch im weiteren Verlauf erstmal nicht. Schroffe Trails und scharfkantiges Gestein forderten höchste Konzentration. Jeder Tritt musste wohl überlegt sein.

Bevor wir den Verpflegungspunkt bei Kilometer 21 erreichten, präsentierte sich das Terrain mit breiteren Waldwegen etwas einfacher. In Anbetracht der steigenden Temperaturen und starken Sonneneinstrahlung war der Puls aber weiterhin gefühlt am Anschlag.

 

 

Zum krönenden Abschluss wurde uns auf den letzten Kilometern, die über einen halsbrecherischen Downhill führten, der Rest gegeben! Die Muskulatur war nun vollends geschreddert, nachdem uns der finale Trail wieder am Startpunkt in Urzulei ausgespuckt hat.

 

 

 

Bei der üppigen Ziel-VP durften wir die Speicher füllen, die Füße hochlegen und über die Höhepunkte der Etappe fachsimpeln. Mit ein paar coolen Drinks am Pool lassen wir den Tag nun ausklingen und sind bis zur morgigen Königsetappe hoffentlich wieder bereit für neue Schandtaten.

 

Fazit: Der Sardinia-Trail hat es uns bereits am Tag der Ankunft, spätestens  aber auf dieser wundervollen ersten Etappe absolut angetan. Die familiäre Atmosphäre, die überaus freundlichen Gastgeber, die komfortable Unterkunft und nicht zuletzt die wundervolle Landschaft lassen uns voller Vorfreude auf die beiden anstehenden Etappen schauen.

  


Etappe 2

Am zweiten Tag stand die Königsetappe mit 42 Kilometern und 1600 Höhenmetern auf dem Programm. Um zum Startpunkt zu gelangen, war zunächst einmal ein abenteuerlich Bustransfer in die einsame Bergwelt Sardiniens notwendig.

 

Die zweite Etappe führte über einen Rundkurs vom Start/Zielbereich bei den „Nuraghe Ruinas“ (historische Ruinen auf einer Bergkuppel) über Sardiniens höchsten Berg – den Punta la Marmora mit 1834 Metern.

Die erste Hälfte des Rennens führte über weitestgehend technisch einfache Pisten und Waldwege. Bei der Kilometermarke 21 erreichten wir den ersten und einzigen Verpflegungspunkt, womit diese Etappe auch größtenteils in Autonomie gelaufen wurde. Von hier aus folgte der quälend lange Anstieg zum Punta la Marmora. Präsentierte sich der Uphill zunächst noch technisch unspektakulär, so wurde er im weiteren Verlauf immer traillastiger und steiler. Nach dem schweißtreibenden Anstieg folgte allerdings der verdiente Lohn für die Mühen, als die Läufer*innen auf dem Berggipfel einen grandiosen Rundblick in die Bergwelt von Sardinien genießen durften.

 

Weiter ging es über sehr verblocktes Terrain und einen technisch anspruchsvollen Downhill. Abschließend liefen wir durch ein wundervolles Tal. Ein plätschernder Gebirgsfluss begleitete uns auf abwechslungsreichen Pfaden. Auf den letzten beiden Kilometern hieß es nochmal Zähne zusammen beißen für die letzten Höhenmeter der Etappe. Wer hier noch Kraft in den Knochen hatte, konnte das Tempo auf breiten Wegen etwas anziehen. Die Mehrheit der Läuferschar dürfte allerdings froh gewesen sein, sich mit letzte Kraft ins Ziel zu retten. Getreu dem Motto „Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt“ erblickte man an der Ziellinie wieder durchgängig strahlende Gesichter. Eine weitere Etappe unseres großen Abenteuers auf dem Sardinia-Trail war bestanden!

 

Nach der üppigen Ziel-VP folgte der Bustransfer zurück ins Hotel Blau Moresca, wo die Beine erst einmal hoch gelegt wurden, bevor am Abend das obligatorische Race-Briefing für die letzte Etappe auf dem Programm stand.


 

 

Etappe 3


Alle guten Dinge sind drei!

 

Heute Morgen ging die dritte und letzte Etappe des Sardinia Trail über die Bühne. Nach der gestrigen Königsetappe, die den Athleten bereits alles abverlangt hat, hieß es dabei die letzten Kräfte zu bündeln.

 

Die technisch anspruchsvollste der drei Etappen ließ mit 26 Kilometer und 1300 Höhenmeter aufhorchen. Nach dem Startschuss am idyllischen Strand ging es über schroffe Küstentrails mit hohem Puls und spektakulären Ausblicken hinunter in ein kleines Tal. Dort konnte man am heißesten Tag des Events einmal im kühlen Schatten kurz verschnaufen, bevor man in den längsten Uphill der Etappe musste. Dieser Uphill verlangte an diesem Tag enormes Durchhaltevermögen von den Athleten, die der Hitze trotzten.

 

Oben am Verpflegungspunkt angekommen und nach dem Auffüllen der leeren Flasks, ging es mit einem heiden Tempo in den Downhill. Mit kaputten Beinen musste man bei höchster Konzentration in einem dichten Starterfeld zusehen, keinen Fehler zu machen. In dem folgenden technischen Auf und Ab musste man sein ganzes Können aus sich heraus holen. Die letzten 2 Kilometer durften am Strand mit völligsten erschöpften und kaputten Beinen bis ins Ziel absolviert werden, wobei der sehr gelungen gestaltete Zieleinlauf  die Strapazen der letzten Tage schnell vergessen ließ. Hier wurde jeder Finsher  wie ein Sieger gefeiert.

 

Bei der anschließenden Pastaparty und Siegerehrung war Zeit, die Erlebnisse der letzten Tage nochmals in netten Gesprächen Revue passieren zu lassen, um danach schweren Herzens Abschied  von diesem grandiosen Abenteuer und der familiären Atmosphäre zu nehmen.

 

 

Ganz besonders hervorheben möchten wir:

 

 

Die familiäre Atmosphäre des Sardinia Trail, die  Vielfalt der Insel und die Sardische Gastfreundschaft wird uns noch lange Zeit in bester Erinnerung bleiben! Die kleinen Abenteuer und die Busfahrten zu den einzelnen Etappen sind ebenfalls eine Reise in die Sardische Bergwelt wert. Ganz besonders freuen wir uns, so viele neue Freunde kennen gelernt zu haben und sind schon auf das Jahr 2023 gespannt, wenn hoffentlich mehr abenteuerlustige Trailrunner aus Deutschland hier am Start stehen. 

 

 

 

 

Arrividerci und bis bald

 

Mario und Stefan